Das 184. Münchner Oktoberfest findet in diesem Jahr von Samstag, 16.09.2017, bis einschließlich Dienstag, 03.10.2017, statt. Zeitgleich treffen seit nunmehr 2010 auf der Oidn Wiesn im Südteil der Theresienwiese Volksfest-Tradition, bayerisches Brauchtum und Münchner Gastlichkeit aufeinander.
Sowohl bei der Stadt München als auch beim Polizeipräsidium München bereitet man sich routiniert und professionell auf diese Veranstaltungen vor.
Details wurden heute auf einer Pressekonferenz im Münchner Polizeipräsidium bekannt gegeben.

Pressekonferenz im Polizeipräsidium:  Dr. Thomas Böhle (KVR-Referent), Werner Feiler (Polizeivizepräsident), Marcus da Gloria Martins (Pressesprecher der Münchner Polizei)
Pressekonferenz im Polizeipräsidium: Dr. Thomas Böhle (KVR-Referent), Werner Feiler (Polizeivizepräsident), Marcus da Gloria Martins (Pressesprecher der Münchner Polizei)

Sicherheitskonzept des Referats für Arbeit und Wirtschaft

In enger Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbehörden hat der Veranstalter, das Referat für Arbeit und Wirtschaft, in den vergangenen Wochen und Monaten ein Sicherheitskonzept erarbeitet, das dem erhöhten Sicherheitsbedürfnis der Besucherinnen und Besucher Rechnung trägt und die Sicherheit auf der Festwiese nochmals erhöht. Das Polizeipräsidium München hat seine Expertise in dieses Sicherheitskonzept mit eingebracht.

Umsetzung des Sicherheitskonzepts

Für die Umsetzung des Sicherheitskonzepts auf dem Festgelände (inkl. Einlasskontrollen) zeichnet in erster Linie das Referat für Arbeit und Wirtschaft mit dem beauftragten Sicherheitsdienst verantwortlich. Die Polizei ist an den Eingängen präsent. Sie wird zu ihrem gesetzlichen und allgemeinen Schutz- und Strafverfolgungsauftrag bei Bedarf die Einlasskontrollen unterstützen.

Einsatzkonzept der Polizei

Die Münchner Polizei hat ihr über Jahre bewährtes Einsatzkonzept in den vergangenen Monaten fortgeschrieben und weiterentwickelt.
Das Einsatzkonzept beginnt zeitlich und räumlich nicht erst am Einlass zur Festwiese, sondern beinhaltet viele weitere Maßnahmen bis hin zum internationalen Informationsaustausch.

Keine Hinweise auf Gefährdung

Ungeachtet dessen bleibt festzuhalten, dass für die Sicherheitslage des Oktoberfestes weiterhin eine hohe abstrakte Gefährdung besteht. Konkrete Gefährdungshinweise liegen der Polizei nicht vor. Mit diesem Zustand einer „latenten“ Gefahr muss die Polizei seit geraumer Zeit umgehen.

Anzahl der eingesetzten Beamten

Rund 600 Beamtinnen und Beamte verrichten wie letztes Jahr auf dem Festgelände und der näheren Umgebung Dienst. Polizeiliche Maßnahmen greifen dabei nicht nur auf der Theresienwiese selbst, sondern auch im Umfeld sowie im gesamten Stadtgebiet.
An den Zugängen, auf dem Festgelände selbst, aber auch im Umfeld um die Theresienwiese führt die Polizei in Verdachtsfällen selektive Personenkontrollen mit uniformierten wie auch zivilen Polizeikräften durch.
Zusätzlich werden an den Wochenenden sog. Informationsbeamte eingesetzt, die insbesondere an den größeren Eingängen dabei helfen sollen, die Besucherströme zu kanalisieren.

Video-Überwachung

Zur optimalen Einsatzsteuerung und als wertvolles Hilfsmittel zum Erkennen und Bekämpfen von Straftaten werden in diesem Jahr 37 Videokameras auf dem Festgelände installiert. Die eingesetzte Videotechnik wurde in den vergangenen Wochen optimiert.

Einsatz-unterstützung

Auch in diesem Jahr wird die Münchner Polizei von außerbayerischen Polizeibeamtinnen und –beamten unterstützt.

Taschen-Diebstahl

Große Volksfeste ziehen leider auch immer ungebetene Gäste an. In den vergangenen Jahren konnten die Fallzahlen von Taschendiebstählen deutlich reduziert werden. Um diese erfreuliche Entwicklung beizubehalten, wird das entwickelte Wiesn-Konzept der Taschendiebfahnder auch in diesem Jahr fortgesetzt.

Der beste Schutz ist Prävention! Die Polizei appelliert aus diesem Grund an alle Wiesnbesucher:
Verständigen Sie bei verdächtigen Wahrnehmungen die Polizei über den Notruf 110 oder Einsatz- bzw. Ordnungskräfte in Ihrer Nähe!
Tragen Sie Ihre Wertsachen in verschiedenen verschlossenen Innentaschen am Körper!
Verwahren Sie Geld- und Wertsachen – auch Handys – nicht in den Außentaschen!
Behalten Sie Ihre Handtasche immer im Auge!

Zur Bekämpfung des Taschendiebstahls werden zusätzlich zu den Fachleuten der Münchner Polizei insgesamt 25 Spezialisten aus Ungarn, der Schweiz, den Niederlanden, Österreich, Spanien, Hamburg, Berlin, Köln und Frankfurt eingesetzt.
Neben diesen Zivilfahndern werden auch wieder uniformierte Polizeibeamte aus Frankreich und aus Italien auf dem Oktoberfest eingesetzt werden können.

Überflugverbot

Für das Oktoberfest 2017 wurde durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur vom 16.09.2017 bis 03.10.2017 – täglich von 08:00 Uhr bis 01:30 Uhr – ein Flugbeschränkungsgebiet sowie ein Gebiet mit Funkkommunikationspflicht, mit einem Durchmesser von 33 Kilometern verfügt. Das Flugbeschränkungsgebiet umfasst einen Bereich von rund 5,5 Kilometern Radius um das Wiesn-Gelände. Mit der Luftraumüberwachung ist die Polizei-Hubschrauber-Staffel Bayern beauftragt.
Das Flugverbot gilt ausdrücklich auch für Drohnen aller Größen und unabhängig vom Einsatzzweck.

Blaue Uniform

Alle auf dem Festgelände eingesetzten Beamten tragen nunmehr den “neuen Look”, die blaue Uniform. Bereits seit Jahresbeginn 2017 werden die Beamtinnen und Beamten des Polizeipräsidiums München nach und nach mit der blauen Uniform ausgestattet.

Body-Cam

Aufgrund der gestiegenen gewalttätigen Übergriffe gegenüber den Einsatzkräften auf dem Oktoberfest wurde entschieden, erstmals in diesem Jahr auch bei ausgewählten Streifen auf dem Festgelände Body-Cams einzusetzen. Im Rahmen des Pilotprojektes zur Einführung von Body-Cams bei der Bayerischen Polizei, die dieses Einsatzmittel seit dem 02.11.2016 in drei Bayerischen Städten (München, Augsburg und Rosenheim) testet, sollen damit auch weitere Erkenntnisse für Einsätze bei Großveranstaltungen gesammelt werden.
Im Bedarfsfall ist der Einsatz der Body-Cam auf dem gesamten Festgelände, sowohl im Außenbereich als auch in den Festzelten, möglich. Durch die deutliche Erkennbarkeit einer möglichen Videoüberwachung erhofft man sich eine höhere Hemmschwelle beim mutmaßlich gewalttätigen Gegenüber.

Verkehrssperren

Die Verkehrsmaßnahmen der letzten Jahre haben sich bewährt und werden insbesondere durch die Herausnahme des Fahrzeugverkehrs in Bereich Bavariaring/Theresienhöhe, durch diue Beibehaltung der Parklizenzgebiete uznd konsequente Ahndung und Abschleppung Unberechtigter, durch das Unterbinden des Abstellens von Wohnmobilen und den Sperring für Busse mit entsprechender Sperrbeschilderung auch heuer umgesetzt.

Auch die Hochsicherheitspoller am Rand des Festgeländes kommen erneut zum Einsatz. Weiter werden Verschwenkungen sowie Pflanzenkübel aufgestellt, um den Verkehr zu verlangsamen bzw. aus dem mittleren Sperrring fernzuhalten. Die Einfahrt in den mittleren Sperrring wird nur bei einem berechtigten Interesse – z.B. Anwohner – zugelassen. Am mittleren Sperrring erfolgen Vorkontrollen.

Sperrringe

Das Kreisverwaltungsreferat hat eine umfangreiche Informationsbroschüre erstellt, die auch im Internet abgerufen werden kann:
http://www.oktoberfest.de/de/article/Aktuell/Meldungen/Verkehrsregelungen+rund+um+die+Theresienwiese/4311/
Die Kontrollen an den Zufahrten zu den Sperrringen werden von der Polizei durchgeführt.

Sperren und Halteverbote am 16./17.09.17

Zum Einzug der Wiesnwirte am Samstag, 16.09.2017, sowie beim traditionellen Trachten- und Schützenumzug am 17.09.2017 kommt es im Bereich der Innenstadt zu Einschränkungen im Verkehrsraum durch Sperren und Park- bzw. Haltverbotszonen. Dabei werden widerrechtlich abgestellte Fahrzeuge konsequent abgeschleppt!

Parallel-Veranstaltungen

Neben der Bundestagswahl am 24.09.2017 finden während des Oktoberfestes auch zwei Bundesligaspiele des FC Bayern in der Allianz Arena statt (16.09. – 15.30 Uhr und 22.09. – 20.30 Uhr).

Anreise und Parken

Parkmöglichkeiten im Umfeld der Wiesn für Kraftfahrzeuge sind nicht vorhanden. Die Polizei empfiehlt allen Verkehrsteilnehmern, den gesamten Bereich nach Möglichkeit weiträumig zu umfahren.
Für die Anreise zur Festwiese steht eine Vielzahl an öffentlichen Verkehrsmitteln zur Verfügung. Um den Fahrgastandrang am U-Bahnhof Theresienwiese zu entzerren, empfiehlt die Polizei eine Anreise über die U-Bahnhöfe Goetheplatz oder Poccistraße (U3, U6) bzw. Schwanthalerhöhe (U4, U5) in Erwägung zu ziehen. Vom S-Bahnhof Hackerbrücke (alle S-Bahnen) und dem U-Bahnhof Sendlinger Tor (U1, U2, U3, U6, U7, U8) ist die Festwiese in rund 10 Minuten zu Fuß zu erreichen.

Alkohol-Kontrollen

Im gesamten Stadtgebiet und in den umliegenden Landkreisen werden verstärkt Alkoholkontrollen durchgeführt – bei Kraftfahrzeugführern ebenso wie bei Fahrradfahrern.
Informationen für Verkehrsteilnehmer haben die Polizei auf ihrer Internetseite aufbereitet:
http://www.polizei.bayern.de/muenchen/verkehr/index.html/22824

Betretungs-Verbote

Wie in den vergangenen Jahren hat die Polizei auch in diesem Jahr mehrere Betretungsverbote bei der Landeshauptstadt beantragt gegen Personen, die in der Vergangenheit durch Körperverletzungs-delikte oder Taschendiebstähle aufgefallen sind.

Social Media

Die Münchner Polizei ist auch während der Wiesn in den sozialen Netzwerken aktiv und informiert über aktuelle Themen rund um das Oktoberfest sowie über besondere Polizeieinsätze auf dem Festgelände (und das nicht nur im Gefahrenfall) unter www.facebook.com/polizeimuenchen und www.twitter.com/polizeimuenchen

Quelle: PP München, PM 1434, 13.09.2017


Interviews im Anschluss an die Pressekonferenz

a) Kreisverwaltungsrefent Dr. Thomas Böhle

Was sind die Neuigkeiten in diesem Jahr aus Sicht des KVR?

Wir werden eine Beschallungsanlage haben, mit der das gesamte Festgelände mit Durchsagen erreicht werden kann. Und wir können auch ganz gezielt bestimmte Teile, Bereiche des Okotberfestes erreichen, um dann Informationen zu geben, wenn irgendwelche Vorkommnisse sind, bei denen es sinnvoll ist, die Besucher anzusprechen, zu leiten. Überfüllungs-Szenarien sind zum Beispiel ein solcher Anwendungsfall – oder Ähnlihches.

Nun wird es erstmals ein Betretungsverbot geben für die Leute, die vor 9 Uhr rein wollen. Das bedeutet also, erst um 9 Uhr wird aufgemacht. Erwarten Sie da nicht irgendwelche riesigen Massen vor den Zäunen, die reindrücken?

Ich würde es umgekehrt sehen: Ab neun darf man rein. Und vorher durfte man ab acht rein. Und wenn man vor der Zeit da sein will, dann wird man so oder so da sein. Ob man jetzt um acht rein kann oder um neun ist eigentlich ziemlich egal.
Der Grund dafür ist, dass wir den Lieferverkehr und den Besucherverkehr trennen wollen. Das heißt, Besucher können aufs Festgelände, wenn der Lieferverkehr unten ist. Und ich denke, der Grund dafür erschließt sich aufgrund der Vorkommnisse, die wir erleben und erleiden müssen von selbst.

Wie sieht es abends aus? Da ist ja, glaube ich, keine Regelung vorgesehen für den Lieferverkehr. Da kommen ja auch Lastwagen rein, wenn noch Leute auf dem Gelände sind. Ist das nicht auch gefährlich?

Am Abend gibt es eine Zeit ab dem Lieferverkehr drauf darf, um 23 Uhr. Insofern haben Sie sicher noch vereinzelt Publikum auf der Festwiese, aber auch da werden die Ordnungsdienste natürlich drauf achten, dass hier möglichst nichts passiert.

Wie sehen die Einlasskontrollen aus?

Die Einlasskontrollen werde so sein wie das letzte Mal. Das Eine ist ja, wir haben allen neun Eingängen Poller. Wir haben an jedem Eingang Ordnungsdienste. Die Ordnungsdienste sind gehalten, die Mitnahme von Rucksäcken und Taschen nicht zuzulassen, wenn diese Rucksäcke und Taschen über 3 Liter Fassungsvermögen haben. Die Ordnungsdienste sind befugt, die Besucher – wenn sie eine solche Tasche mitführen – zurückzuweisen.
Der große Vorteil diesmal ist im Übrigen, dass wir die Gepäckaufbewahrungskapazitäten verdoppelt haben, insgesamt. Das war ja ein gewisses Ärgernis. Ich meine, … wir haben das zum ersten Mal gemacht. Von daher kann icht alles super funktionieren. Aber da sind wir auch zuversichtlich, dass das diesmal ganz gut klappen wird.

Gibt es sonst Neuerungen bei den Einlasskontrollen?

Nein.

Wie wird verhindert, dass ein Anschlag wie etwa in Nizza passiert oder in Berlin?

Ja, Berlin und Nizza hat sich ja dadurch ausgezeichnet, dass jemand mit einem LKW in eine Menschenmenge gefahren ist. Dem wollen wir weitestgehend dadurch vorbeugen, dass wir es verhindern, dass auf dem Festgelände diese Kollision stattfinden kann, indem wir den Lieferverkehr und den Besucherverkehr dadurch trennen, dass der Lieferverkehr um 9 Uhr morgens das Festgelände verlassen haben muss und die Besucher erst ab 9 Uhr aufs Oktoberfest dürfen.

Stichwort Betretungsverbote. Vierundzwanzig gibt es im Moment. Hat sich das bisher bewährt aus Ihrer Sicht?

Betretungsverbote bewähren sich. Sie haben einen Abschreckungseffekt. Und sie haben dann auch im repressiven Sinn Vorteile, als jemand – wenn er dort entdeckt wird oder gar auffällig wird, straffällig wird – natürlich mit deutlich schärferen Sanktionen zu rechnen hat.

Sie achten auch dieses Jahr wieder darauf, dass die Maß voll ist?

Das tun wir wie alle Jahre. Ich denke, mit ganz gutem Erfolg. Dafür spricht, dass wir bei einer Kontrolle relativ wenig Abmahnungen aussprechen mussten. Wir haben eine Toleranz von 15 Millimetern unter dem Eichstrich. Und wenn die Toleranz unterschritten wird, gibt es Ärger.

Gibt es spezielle Maßnahmen, gegen Gewalt gegenüber Frauen vorzugehen?

Also, da hat das Sozialreferat eine Reihe von Vorkehrungen getroffen und ist der Ansprechpartner. Ansonsten ist es natürlich die Polizei, die sehr darauf achtet, ansprechbar zu sein. Wir haben natürlich auch die zentrale Servicestelle des KVR, wo Hinweise eingehen können. Aber im Prinzip ist es dann die Polizei, die aktiv wird.

Können Sie allgemein ein Statement abgeben: Wie sicher ist die Wiesn 2017?

Wir können nie für absolute Sicherheit sorgen. Ich kann Ihnen nur sagen, dass die staatlichen Behörden alles dafür tun, um möglichst große Sicherheit herzustellen. Auf das Menschen keine Angst haben müssen. Aber die Entscheidung, ob man auf die Wiesn geht oder nicht, muss jeder für sich treffen.

b) Werner Feiler, Vizepräsident der Münchner Polizei

Herr Feiler, wie stellt sich das aus Sicht der Polizei dar? Das kommende Oktoberfest: Was gibts für neue Vorkehrungen oder was gibts für Veränderungen?

Also, wir haben unsere Sicherheitskonzepte überprüft aufgrund der Lagen in Deutschland und in Europa, und mussten feststellen, dass wir ein bißchen was angepasst haben. Zum Beispiel die Zufahrten zum Oktoberfest sind durch verschiedene Beton-Poller etwas verengt worden, man muss langsamer reinfahren. Die Sperren sind da mehr vorbereitet worden. Der Veranstalter, das Referat für Arbeit und Wirtschaft, hat einige Vorkehrungen getroffen, zum Beispiel die Beschallungsanlage, die jetzt mit aufgebaut wird. Und der Sicherheitsdienst ist auch etwas aufgestockt worden.
Wir glauben, hiermit die Sicherheit des Oktoberfestes weiterhin gewährleisten zu können.

Nun haben wir ja gehört, dass es erst ab neun Uhr möglich ist, auf die Wiesn zu kommen. Vorher wird der Lieferverkehr liefern. Das heißt, diese Lastwagen sind dann von der Wiesn runter, wenn die Leute rein kommen. Was macht man denn mit dem Umkreis, der Umgebung? Zum Beispiel auf der Strecke vom Hauptbahnhof zur Wiesn? Wird die auch besonders überwacht, sprich: LKWs?

Unsere Kollegen im Umfeld der Wiesn haben den Auftrag, verstärkte Verkehrskontrollen durchzuführen, auch hier sehr sensibel zu sein und das eine oder andere Fahrzeug mal genau anzuschauen. Wer drin sitzt, was er geladen hat. Wir wollen hiermit auch verhindern, das solche möglichen Täter auf die Wiesn rauf kommen.

Nun sind wieder die Wiesn-Teams unterwegs. Die Wiesn-Wache ist gut ausgestattet mit Beamten. Was gibts da Neues in diesem Jahr?

Erst einmal vom Äußeren. Wir sind jetzt alle mit der blauen Uniform ausgerüstet. Wir werden auf der Wiesn auch tätig werden. Und unsere Kollegen – zumindest wir Einsatzgruppen – sind mit diesen Body-Cams ausgerüstet. Diese Body-Cams pilotieren wir seit November 2016 hier in der Stadt. Und jetzt probieren wir sie auch auf einem großen Fest, auf dem Oktoberfest, mit aus und erwarten uns, dass die Agressivität, die letztes Jahr unseren Kollegen sehr groß entgegen kam, hier etwas geringer wird.

Stichwort Video-Überwachung. Auch da hat sich das Ganze ja etwas verfeinert.

Also, wir haben die Video-Kameras teilweise ausgetauscht, eine bessere Qualität, neuere Geräte aufgebaut. Und zusätzlich sind acht Kameras mehr aufgebaut. Insbesondere an den Zugängen vom Oktoberfest.

Würden Sie nochmal etwas zur Beschallungsanlage sagen, was die alles kann und warum die so wichtig ist?

Die Beschallungsanlage kann das gesamte Oktoberfest-Gelände beschallen. Wir können uns aber auch in Zelte zuschalten lassen, damit wir auch in den Zelten Durchsagen machen können.
Wichtig finden wir, ist die Information für die Gäste schnellst möglich weiter zu bringen. Information, Aufklärung, wenn irgendwo etwas passiert. Ich hab’s mal so formuliert: Wenn irgendwo auf dem Festgelände ein Fahrzeugreifen zerplatzt und es kommt ein Knall, damit man dann vielleicht sogar sagen kann, passt auf, es ist nichts passiert. Es ist nur ein “kleines Unglück” oder kleiner Schaden entstanden. Oder auch Warnungen aussprechen, wenn’s Wetter sich ändert – was wir in letzter Zeit auch öfters haben – wenn Gewitter aufzieht, damit man warnen kann oder die Leute auch bitten kann, das Festgelände zu verlassen.

Aber “der kleine Felix möchte von der Mama abgeholt werden”, das gibt’s da nicht?

Das werden wir eher nicht machen, weil, sonst sind wir vielleicht die ganze Zeit nur beim Beschallen. Da finden wir auch eine Möglichkeit.

Und kombiniert man das mit Katwarn?

Katwarn ist ja ein Warnsystem von der Stadt München. Bevor man hergeht und Warnungen auf dem Oktoberfest ausspricht, mit der Bitte, das Festgelände zu verlassen, gibt es die Wiesn-Kommunikation. Da werden wir uns mit der Stadt München zusammensetzen und werden sehr wohl überlegen, was machen wir und was geben wir heraus.

Man hatte ja in den letzten Jahren so ein bißchen mulmiges Gefühl, einmal mehr, einmal weniger. Wie ist das denn dieses Jahr? Man hat den Eindruck – es ist zwar viel passiert – aber dass die Leute jetzt nicht so ängstlich sind, wie letztes Jahr, als alle über den Zaun geredet haben.

Unser Eindruck ist auch, dass man den Zaun letztes Jahr sehr positiv angesehen hat und ihn angenommen hat, nach anfänglicher Skepsis. Uns wurde auch immer wieder berichtet, die Besucher sind froh, das größere Taschen nicht mitgenommen werden dürfen, dass der Ordnungsdienst auch ab und zu mal in die Taschen reingeschaut hat und in der zweiten Woche hat sich das sehr gut eingespielt.

(Abbruch der Aufzeichnung)

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