Foto: BMW Group (Ausschnitt)

Bayerns Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, Hubert Aiwanger, hat sich im BMW-Group-Werk Landshut über digitale Assistenzsysteme in der Ausbildung sowie über Fertigungs- und Produktinnovationen informiert.

Bei seinem Werksbesuch am heutigen Dienstag führten Auszubildende den Wirtschaftsminister in virtuelle Trainings­an­wend­ung­en ein, welche sie selbst mitentwickelt und auf die Arbeitsplatzanforderungen angepasst haben. Ein solches digitales Training ermöglicht es, die Anwendung von Maschinen losgelöst vom realen Arbeitsplatz zu erlernen. Dank gezielter Analysen der Trainingsergebnisse erlernt ein Mitarbeiter zunächst die routinierte Ausführung im virtuellen Raum, bevor er die reale Maschine zum ersten Mal bedient.

Hubert Aiwanger, Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, lässt sich im Ausbildungszentrum des BMW Group Werks Landshut von Auszubildenden die Möglichkeiten einer VR-Brille zeigen.
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Mittels VR-Brille führte Wirtschaftsminister Aiwanger das Lackieren eines Bauteils mit der Lackierpistole aus – und erhielt in Echtzeit die Qualität seiner Lackierarbeit ausgeliefert.

Angehende Elektroniker für Betriebstechnik und Fachinformatiker präsentierten dem bayerischen Wirtschaftsminister zudem die MRK-Technologie (‚Mensch-Roboter-Kollaboration‘). Das Programmieren von MRK-Robotern für die Fertigung zählt im Werk Landshut zum Ausbildungsumfang. Die kleinen Roboter sind flexibel und in unmittelbarer Nähe zu Mitarbeitern einsetzbar. Sie kommen vor allem bei monotonen Arbeitsschritten zum Einsatz, beispielsweise bei der Bestückung von Bauteilen für die Montage.

Das BMW-Group-Werk Landshut setzt bei digitalen Assistenzsystemen auf die junge Generation, die mit dem Smartphone in der Hand aufgewachsen ist. Die Auszubildenden sind häufig in die Einführung neuer Anwendungen involviert, da sie kaum Berührungsängste kennen. „Digitale Assistenzsysteme sollen die Mitarbeiter unterstützen und ihre Arbeit vereinfachen und verbessern“, erklärt Willibald Löw, Betriebsratsvorsitzender des BMW-Group-Werkes Landshut.

Bei der Digitalisierung unserer Industrie und Wirtschaft spielen gut ausgebildete Menschen eine Schlüsselrolle. Die Unternehmen sind ständig gefordert, den technischen Fortschritt umzusetzen. Die Politik muss die Rahmenbedingungen dazu optimieren – beispielsweise durch den Ausbau der Mobilfunk- und Datennetzversorgung, der Ausbildung und Forschung. Bayern fördert digitale Innovationen und damit seine künftige Wettbewerbsfähigkeit“, so Wirtschaftsminister Aiwanger.

Die BMW Group will bei der Digitalisierung Vorreiter sein. Das Werk Landshut wendet in seiner Fertigung unterschiedliche Formen von digitalen Applikationen an – auch in der Leichtmetallgießerei, einer der größten Technologien am Standort. Heute werden dort Gussvorgänge in Echtzeit und mit Hilfe von Big Data analysiert. Durch Künstliche Intelligenz lassen sich so Qualitätsvorhersagen treffen. Dies erhöht die Wirtschaftlichkeit in dieser Technologie.

Aiwanger konnte sich in der Leichtmetallgießerei auch überzeugen, dass Maßnahmen zum Schutz der Umwelt und zu besserer Energieeffizienz mit einem wirtschaftlichen Nutzen einhergehen. In der Leichtmetallgießerei am Standort führt die Verwendung anorganischer Bindemittel beim Kernherstellungsprozess zu 98% weniger Geruchsemissionen, aber auch zu einer längeren Lebensdauer von Maschinen und Werkzeugen. Zudem bewirken Energiesparmaßnahmen wie beispielsweise die Nutzung der Schmelzofenabgase zur Erwärmung der Brennerluft oder zur Vorwärmung der Masseln, d.h. der für den Guss verwendeten Leichtmetallbarren, einen geringeren Energieverbrauch. Überdies leistet das BMW-Group-Werk Landshut mit seiner effizienten Energieversorgung einen bedeutsamen Beitrag zum Klimaschutz: Durch die Strom- und Wärmeerzeugung der 2018 in Betrieb genommenen KWK-Zentrale am Standort reduziert das BMW-Group-Werk Landshut den CO2-Ausstoß gegenüber konventioneller Technik um 40.000 Tonnen im Jahr.

Wirtschaftsminister Aiwanger informierte sich auch über die Entwicklung von Innovationen bei Produkten und in der Fertigung. So ließ er sich die 3D-Druck-Fertigung zeigen, die im Werk sowohl für Kunststoff- als auch für Metallteile erfolgt.

Das Werk in Landshut hat bei Innovationen einen klaren Standortvorteil: Ein hoher Facharbeiteranteil sorgt für eine breite Expertise in sechs unterschiedlichen Technologien der Komponentenfertigung. Darüber hinaus ist auch die Vorentwicklung einzelner Komponenten-Technologien im Werk ansässig, die Produkt- und Prozessinnovationen vorantreibt. Das Leichtbau- und Technologiezentrum (LuTZ) unterstützt die technologieübergreifende Zusammenarbeit und ist darüber hinaus mit der zentralen Entwicklung in München vernetzt. „Dank der hohen Qualifikation unserer Mitarbeiter und dank der technologie- und standortübergreifenden Entwicklung ist das Werk Landshut ein wichtiger Innovationstreiber innerhalb der BMW Group“, so Standortleiter Dr. Stefan Kasperowski.

Die Innovationskraft der BMW Group ist auch an ihren Patentanmeldungen ablesbar. Mit 1.419 Einträgen führt sie die aktuelle Liste der Unternehmen aus Bayern mit den meisten Patentanmeldungen an.