35 Prozent – und damit ein deutlicher Verlust der absoluten Mehrheit in Bayern für die CSU – das sagt der aktuelle “Bayerntrend” des Bayerischen Rundfunks Bayerns regierender Partei als Wahlergebnis voraus. Und schon seit Wochen geht der Trend gegen die CSU, gegen eine CSU-Alleinregierung.

Umfrageergebnisse als Weckruf

Markus Söder am 13. September 2018 im Münchner PresseClub
Markus Söder am 13. September 2018 im Münchner PresseClub

Markus Söders Vertrauen in die Demoskopie ist allerdings “nicht uneingeschränkt”, so hatte er gestern bei einem Pressetermin im Münchner PresseClub betont und erklärt: “Wir haben im letzten Jahr ein großes Demoskopie-Desaster erlebt”.

Denn nahezu jede Umfrage, so Markus Söder, sei anders als das jeweilige Wahlergebnis gewesen. Aber: “Man darf die Umfragen nicht ignorieren, sondern sollte sie als das sehen, was sie sind: Ein Weckruf!”
Und Markus Söder weiß auch, dass nach den letzten Umfragen noch etwa 50% der Wählerinnen und Wähler untenschieden sein sollen.

Bayern auf dem Weg in die Instabilität?

Wenn die Situation so wäre, wie es die Umfragen nahelegen, sagt Söder, dann wäre Bayern auf dem Weg in die Instabilität. O-Ton Söder: “Ein Parlament, in dem Kommunisten und Rechtsextreme vertreten sind, in dem alles sich zerfasert und zersplittert, ist nicht der Beitrag zur Stabilität, den Bayern braucht.”

Die CSU und Markus Söder haben den Weckruf vernommen, wollen Bayern in der Stabilität halten (“Wir sind ein so erfolgreiches Land! Wir sind ein Vorbild für viele Länder!”)

Da kommt der für den morgigen Samstag angesesetzte Parteitag gerade recht. Er soll den Auftakt markieren für den Landtags-Wahlkampf der CSU. Etwa 800 Delegierte werden erwartet. Diesen – und der Öffentlichkeit – soll das Wahlprogramm zur Landtagswahl präsentiert werden. Es geht aber auch und besonders darum, gerade allen innerhalb der CSU noch einmal klar zu machen, wie wichtig diese Wahl für die Partei ist.

Für den Parteitag ist folgender Ablauf geplant:

  • Eröffnung des Parteitags durch CSU-Generalsekretär Markus Blume
  • Rede des Parteivorsitzenden, Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat, Horst Seehofer
  • Gesprächsrunde mit der Landtagspräsidentin Barbara Stamm und den weiblichen Kabinettsmitgliedern (Ilse Aigner, Marion Kiechle, Michaela Kaniber, Kerstin Schreyer und Melanie Huml)
  • Vorstellung der Freiwilligenkampagne Mission 2018 (Haustür- und Straßenwahlkampf)
  • Gesprächsrunde mit den Ehrenvorsitzenden (Edmund Stoiber, Theo Waigel)
  • Rede des CSU-Spitzenkandidaten, Ministerpräsident Dr. Markus Söder
  • Präsentation des Wahlprogramms zur Landtagswahl
  • Präsentation aller Direktkandidatinnen und Kandidaten zur Landtagswahl 2018
Hier kann das Programm des CSU-Parteitags downgeladen werden.
Hier kann die Einladung mit dem Programm des CSU-Parteitags heruntergeladen werden (PDF-Datei).

Die CSU – eigentlich bekannt für ihre großen Parteitage, die sich über zwei Tage erstrecken und an denen durchaus 1000 Delegierte teilnehmen (die Hallen auf dem Messegelände gerade groß genug für Parteitag und Flächen für Sponsoren) – trifft sich morgen in der Stadtmitte, im Münchner Postpalast. Dort wird morgen am Samstag der Parteitag stattfinden – und dort ist das Platzangebot deutlich geringer, man fühlt sich gar eingeengt. Tische gibt es  lediglich für den CSU-Parteivorstand, für die Ehrenvorsitzenden usw. in der ersten Reihe – und darüber hinaus für einen Teil der Journalisten. Mehr gibt der Platz im Postpalast nicht her. Man darf also morgen mit einer heimeligen Atmosphäre rechnen.

Besuch aus Berlin: Horst Seehofer

CSU-Chef Horst Seehofer

Auch Besuch auch Berlin ist angesagt: der bundesdeutsche Innenminister und CSU-Parteivorsitzende Horst Seehofer. Er wird, nach der Eröffnung des Parteitags und die Begrüßung der Anwesenden durch Generalsekretär Markus Blume, der erste Redner sein.